Unsere Ziele:

Grundlage unserer Arbeit ist das Berliner Bildungsprogramm für die offene Ganztagsgrundschule

Unsere Arbeit zielt auf:

  • Stärkung der Ich-Kompetenz
  • Stärkung der Sozialkompetenz
  • Stärkung der Sachkompetenz
  • Anregung und Befähigung der Kinder zu einem selbständigen und anspruchsvollen Freizeitverhalten auch für die Zeit nach Überschreiten der Altersgrenze für die Betreuung

Gruppen- und Bezugserziehersystem

Wir arbeiten mit einem Gruppen- und Bezugserziehersystem, das gleichermaßen in überschaubaren Gruppen beheimatet wie es offene Arbeit ermöglicht. Dabei achten wir auf möglichst intensive personelle Kontinuität zwischen Vormittag und Nachmittag sowie über mehrere Jahre.

Erzieher/innen aus der Doppelsteckung der Schulanfangphase betreuen - nach Möglichkeit - z.B. die Erst- und Zweitklässler auch am Nachmittag; Erzieher aus der VHG-Betreuung am Vormittag sind am Nachmittag im Freizeitbereich Bezugserzieher für die älteren Kinder.

Funktionsräume

Jede Gruppe hat mit ihren Erziehern/innen einen Heimatraum, für den sie verantwortlich ist. Oft werden in diesem auch die Hausaufgaben erledigt und finden alle Aktivitäten der Bezugsgruppe statt.

Darüber hinaus haben die Räume Funktionsbestimmungen, sind dem entsprechend eingerichtet und mit Material ausgestattet wie z.B. Bauraum, Kreativraum, Rollenspielraum, Sinnesraum.

Mittagessen

In fast jedem Elternabend ist das Mittagessen ein emotional diskutiertes Thema.
Wir schicken voraus: Es wird nie für jede und jeden zufriedenstellend zu lösen sein.

In einem Freizeitbereich von 200 Kindern treffen auch 200 unterschiedliche Koch- und Essgewohnheiten aus den jeweiligen Familien und fast ebenso viele Ernährungsüberzeugungen aufeinander. In den meisten unserer Projekte wählt der Schulträger (Bezirk) den Caterer aus – wir haben darauf keinen Einfluss. Dort, wo wir das selbst tun können, achten wir auf gesunde und kindgerechte Küche und wechseln auch durchaus den Caterer, wenn eine berechtigte Unzufriedenheit trotz Gesprächen mit dem Caterer nicht nachlässt.

Bitte denken Sie aber daran, dass nie allen alles schmeckt und -- dass das ganz normal ist.

Wir achten darauf, dass möglichst:

  • eine ruhige Atmosphäre in der Mensa herrscht
  • auf Esskultur geachtet wird, möglichst auch die Tische etwas geschmückt sind
  • jedes Kind das Essen wenigstens probiert (oft führt nämlich ein einziges „Iiiiiiih“ zu absurden Kettenreaktionen und Kohldampf eine Stunde später)
  • die Kinder Lebensmittel wertschätzen (lernen)

Liebe Eltern, helfen Sie bitte dabei mit.

Hausaufgaben

Hausgaben sind ein schwieriges Thema - aber wichtig. Hier muss Klarheit herrschen für alle Akteure: Lehrkräfte, Erzieher/innen, Eltern - und last but not least für die Kinder. Die Erwartungen der Akteure sind höchst unterschiedlich. Deshalb galt es ein Konzept zu schaffen, dass möglichst viele Erwartungen abzudecken in der Lage ist.

Wir halten es so:

  • Eltern melden ihre Kinder zur Hausaufgabenbetreuung an (wer nicht auf der Liste steht, erledigt die Hausaufgaben zu Hause).
  • Nach dem Mittagessen (in Schichten) werden jeweils die Hausaufgaben erledigt (in Schichten).
  • Im / in den Hausaufgabenraum/räumen nicht erscheinende Kinder werden möglichst aufgefordert, aber die Kinder müssen wissen, dass sie für ihre Hausaufgaben verantwortlich sind und deshalb von sich aus den Hausaufgabenraum aufsuchen. Daran arbeiten Eltern und Erzieher/innen gemeinsam.
  • Die Hausaufgaben-Betreuer/innen helfen bei der Identifikation und der Erledigung der Aufgaben; es kann aber kein Förderunterricht stattfinden.
  • Wir streben eine vollständige Erledigung im Hort an, um das Familienleben möglichst davon zu entlasten.
  • Sollten jedoch die Hausaufgaben zuviel Zeit (vorgeschrieben sind: 1./2. Klasse = 20-30 min; 3./4. Klasse = 40-50 min) in Anspruch nehmen, wird die Erledigung im Hort abgebrochen. Die Kinder haben einen anstrengenden Unterrichtstag hinter sich und müssen auch einmal durchatmen und spielen können.
  • Kinder, die feste Angebote (Clubs/ AGen) besuchen, erledigen an diesem Tag ihre Hausaufgaben teilweise oder ganz zu Hause.
  • Freitags werden im Ganztagsbetrieb keine Hausaufgaben erledigt (zumeist sind auch keine aufgetragen). Das gibt Eltern die Möglichkeit, am Wochenende sich selbst ein Bild zum Stand ihres Kindes zu verschaffen.

 

Sollten Kinder große Schwierigkeiten bei der Erledigung der Hausaufgaben haben (inhaltlich / zeitlich), geben die Erzieher/innen Eltern und Lehrkräften dies in einer Notiz kund.
Die Formen dafür sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich (Notiz unter der Aufgabe, Infoheft, Elternheft u.ä.).

Dies ist ein wichtiges Rückmeldeinstrument für Eltern und vor allem für Lehrkräfte.

Sie behalten so einen authentischen Eindruck, in welcher Zeit die Kinder mit Unterstützung die Aufgaben schaffen - oder nicht und können somit entsprechend in der Wiederholung des Stoffs sowie in Menge und Anspruchsniveau der Hausaufgaben reagieren.

„halboffene“ Arbeit

Freizeitbereich enthält das Wort „frei“ – das nehmen wir ernst. Nach einem anstrengenden Unterrichtsvormittag und der Erledigung der Hausaufgaben sollen die Kinder die wenige Zeit, die ihnen noch bleibt (zumeist nur bis 16 Uhr), frei nutzen können.

Erzieher/innen machen situative Angebote, es gibt zudem regelmäßige CLUBS und AGen (Arbeitsgemeinschaften), die die Kinder anregen und Bildungsthemen des Vormittags aufgreifen sollen. Was die Kinder wahrnehmen, sollen sie selbst entscheiden – es muss nicht das Angebot sein, dass ihre Gruppenerzieherin macht. Sie sollen lernen, mit nicht vorgestalteter Zeit umzugehen und sich selbst Beschäftigung oder Spiele auszudenken.

Es ist auch völlig in Ordnung, wenn ein Kind einfach nur im Freien toben will oder in der Kuschelecke liegt, in die Luft guckt und nachdenkt. Auch das bringt die kleine Seele und den Geist voran.

CLUBs / Arbeitsgemeinschaften (AGen)

Unsere Kinder sollen beides lernen: den Umgang mit Freiheit und Optionen und ebenso mit Verbindlichkeit. Sie sollen ihre Kreativität, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im freien Spiel erweitern können. Sie sollen aber auch vertiefende Bildungsangebote am Nachmittag wahrnehmen, auf die sie sich für eine bestimmte Zeit festlegen – auch wenn sie an einem Tag einmal keine Lust darauf haben.

Nur so erweitern sie ihre fachlichen Kompetenzen und entwickeln sie die Persönlichkeit: Ich bleibe dran, ich schaffe es. Denn auch später der Beruf funktioniert nicht nur nach dem Lustprinzip. Um es in ein Bild zu bringen: Wer in den Fußballclub eintritt, muss am Clubtag trainieren, auch wenn er einmal kein Tor schießt und es keinen Spaß macht. Er trainiert Tore zu schießen – und hat irgendwann das Glücksgefühl des Erfolgs aufgrund eigener Anstrengung.

Je nach Projekt und speziellen Kompetenzen der Erzieher/innen vor Ort bzw. Zusatzkräften, die wir engagieren, werden 1x wöchentlich CLUBs und Arbeitsgemeinschaften angeboten: z.B. Sport, Naturwissenschaft, Theater, Kreatives.

Ferienprogramm

In den Ferien gibt es keinen Unterricht – damit sind die Erzieher/innen von täglich 6-18 Uhr allein für die Kinder zuständig.

Das ist Freiheit pur z.B.:

  • zum Eintauchen in intensives Spiel und Beschäftigungen
  • zu Workshops
  • zu Projekten
  • zu Ausflügen
  • in manchen Projekten auch für Hortfahrten.

Die Erzieherteams erarbeiten schon während des angespannten Betriebs während der Schulzeit jeweils anspruchsvolle Ferienprogramme für ihr Projekt, zu deren verschiedenen Aktivitäten sich die Kinder eintragen können.

Nur in wenigen Projekten gibt es übrigens eine Sommerschließzeit. Kinder, die dennoch Betreuung benötigen, werden dann in einem Nachbarprojekt betreut; i.d.R. ist dort dann auch ein/e vertraute Erzieher/in vor Ort.

Dennoch sind Abfragen bei den Eltern, zu welchen Sommerferientagen ihr Kind den Ganztagsbetrieb besucht, unumgänglich:

Auch Erzieher/innen haben Urlaub: i.d.R. 30 Tage im Jahr.
Urlaub, den sie während der Schulzeit nicht nehmen können, obwohl dort durch den Unterricht am Vormittag weniger Betreuung anfällt. (Lehrkräfte verzichten nur sehr ungern auf „ihre/n“ Erzieher/in in der Doppelsteckung im Unterricht, und wenn Lehrkräfte krank sind, fallen zuweilen kurzfristig viele zusätzliche Stunden für Erzieher/innen während des Vormittags an.) Deshalb müssen Erzieher/innen in den Ferien Urlaub nehmen. Unser Ziel ist, dass jede/r Erzieher/in in den Sommerferien drei Wochen zusammenhängend Urlaub nehmen kann, um sich richtig gut zu erholen.

Wir bemühen uns, den Personaleinsatz möglichst treffsicher mit der angemeldeten Kinderzahl abzustimmen. Dabei helfen uns Eltern sehr, wenn sie die Ferienabfragen ernst nehmen.